Zwei zusätzliche Methoden der Rückstellungsbildung für Sonderfälle
Diese versicherungsmathematische Bewertung muss in Bezug auf die verwendeten Daten, die eingesetzten Parameter sowie die angewandten Bewertungsmethoden nachvollziehbar begründet werden.
Im Bereich Rückstellungsbildung in der Schaden- und Unfallversicherung zählen die Chain-Ladder-Methode, die Bornhuetter-Ferguson-Methode und die Schadenquotenmethode (Loss-Ratio-Methode) zu den am häufigsten eingesetzten Verfahren.
Es gibt jedoch Situationen, in denen diese Verfahren für die Berechnung der Schadenrückstellungen nicht optimal sind.
Aus diesem Grund werden zwei weitere Methoden am Markt häufig eingesetzt, da sie in bestimmten Fällen geeigneter sind (siehe unten): die Average-Cost-Methode und die Average-Cost-per-Claim-Methode.
Average Cost & Average Cost per Claim Methoden: Vorstellung und Anwendungen
- Die Average-Cost-Methode besteht darin, die endgültig erwartete Anzahl von Schäden (Ultimate Claim Count) mit den durchschnittlichen Schadenkosten (Average Cost) zu multiplizieren.
- Die Average-Cost-per-Claim-Methode folgt derselben Logik, ergänzt jedoch eine zusätzliche Analyse der durchschnittlichen Schadenkosten:
Diese werden auf Basis historischer Durchschnittskosten aus den verfügbaren Schadendaten projiziert (ähnlich den Quoten bzw. Faktoren, die bei der Chain-Ladder-Methode verwendet werden).
- For the Average cost method, the ultimate average costs per period are applied as is.
- For the Average cost per claim method, the average costs per original period used are estimated from a triangle of amounts and a triangle of number of claims via an analysis of their evolution over the development periods. The calculation of average costs is therefore a step in the method..
Sie sind außerdem relevant, wenn das Datenvolumen moderat ist, da auch dann Entwicklungsraten instabil sein können (Fälle, in denen das Datenvolumen für Chain Ladder nicht ausreicht, aber den Einsatz der Schadenquotenmethode noch nicht rechtfertigt).
Meinung der Addactis-Experten
Zwei Methoden der Rückstellungsbildung, die in bestimmten Situationen zu bevorzugen sind
Zudem ist es in einem Umfeld instabiler Inflation oft einfacher, die durchschnittlichen Schadenkosten am Ende jeder Periode anzupassen, als das gesamte Entwicklungsmuster zu überprüfen.
Diese Methoden sind daher in solchen Situationen häufig leichter anzuwenden.
Average Cost & Average Cost per Claim Methoden: Vorteile und Einschränkungen
Vorteile
- + Beide Methoden sind einfach und schnell zu implementieren.
- + Beide Methoden lassen sich sowohl gegenüber actuarialen als auch nicht-actuarialen Stakeholdern gut erklären.
- + Sie sind eine sehr gute Option, wenn die Schadenentwicklung eine saubere Anwendung der Chain-Ladder- und Bornhuetter-Ferguson-Methode nicht zulässt, aber dennoch ausreichend Daten vorhanden sind, um die Schadenquotenmethode zu vermeiden.
Einschränkungen
- – Die wichtigste Einschränkung der Average-Cost-Methode ist zugleich die Kehrseite eines Vorteils: Sie berücksichtigt die Schadenentwicklung nicht und geht daher von stabilen Durchschnittskosten aus.
- – Die Average-Cost-per-Claim-Methode kompensiert diese Einschränkung teilweise, da die Durchschnittskosten berechnet und projiziert werden; die verwendete endgültige Schadenanzahl bleibt jedoch fix.
- – In beiden Fällen ist die Methode sehr empfindlich gegenüber Fehlern bei der Schätzung der endgültigen Schadenanzahl.
- – Die Methode ist für komplexe Portfolios weniger geeignet.
Gleichzeitig ist zu beachten, dass diese Methoden auch wesentliche Einschränkungen aufweisen, insbesondere hinsichtlich Genauigkeit, Robustheit der Projektionen auf, Anpassungsfähigkeit und Eignung für komplexe Portfolios.
Meinung der Addactis-Experten
Sie sollten jedoch mit Sorgfalt und angemessener Kontrolle eingesetzt werden – insbesondere bei komplexen Portfolios oder unsicheren Rahmenbedingungen.
Daher wird dringend empfohlen, eine kritische Analyse sowie Sensitivitätsanalysen durchzuführen, um Risiken im Zusammenhang mit Schätzfehlern oder unerwarteten Portfolioveränderungen frühzeitig zu erkennen und die Robustheit und Zuverlässigkeit der Projektionen sicherzustellen.
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